Eine Erfolgskontrolle des Reinigungs- und Desinfektionsergebnisses gelingt mittels Abklatsch- oder Tupferprobe. Diese beruhen auf sogenannte ATP-Messungen, welche den Restwert an lebensfähigen Zellen ermitteln und somit Rückschlüsse auf die Reinigungs- bzw. Desinfektionseffektivität ziehen lassen. Bei einem unzureichenden Ergebnis ist zu prüfen, woran es gescheitert sein könnte. Hierbei wird zwischen möglichen Anwendungsfehlern und der richtigen Auswahl des Desinfektionsmittels unterschieden.

Ungenügende Reinigung vor der Desinfektion
Ein häufig anfallender Anwendungsfehler ist die ungenügende Reinigung vor der Desinfektion. Ein Desinfektionsmittel kann nicht sein volles Potenzial entwickeln, wenn das Mittel nur damit beschäftigt ist groben Dreck zu lösen. Des Weiteren ist eine Reinigung allein ebenfalls unzureichend, um Krankheitserreger flächendeckend zu eliminieren. Eine optimale REINIGUNG entfernt zwar bis zu 95% der Mikroorganismen, diese stellen aber nur 5 % des Krankheitsrisikos dar. Die restlichen 5 % befinden sich auf dem danach noch vorherrschenden Biofilm und können nur durch DESINFEKTION entfernt werden. Obwohl es sich hierbei um lediglich 5% handelt, stellen diese ganze 95 % des Krankheitsrisikos dar.
Richtige Dosierung und Einwirkzeit
Ebenso wichtig ist die richtige Dosierung des Desinfektionsmittels und die Beachtung der empfohlenen Einwirkzeit. Sowohl eine Unter- als auch Überdosierung kann Folgen mit sich ziehen. Bei einem übermäßigen Einsatz von Desinfektionsmitteln besteht die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden können und sich der Einsatz gesundheitsschädigend auf den Anwender auswirkt. Deshalb ist es stets zu empfehlen die Herstelleranweisungen genau zu befolgen. Eine Unterdosierung bzw. eine Verdünnung der Wirkstoffkonzentration wirkt sich ebenso negativ auf das Desinfektionsergebnis aus. Eine Verdünnung der Wirkstoffkonzentration ist zum Beispiel bei einer zu frühen Desinfektion möglich, hier befindet sich noch zu viel Restfeuchte auf der zu desinfizierenden Fläche. Dies wird auch „Seifenfehler“ genannt.
Ein weiterer häufiger Fehler ist der sogenannte „Kältefehler“. Einige Desinfektionsmittel verlieren bei bestimmten Temperaturen ihre Wirksamkeit. Dies betrifft besonders Temperaturen unter 4°C. Bereits beim Kauf des Mittels, kann darauf geachtet werden, ob ein Kältefehler vorliegt. Wirkstoffe wie Wasserstoffperoxid und Peressigsäure sind zum Beispiel besonders für ihre Temperaturunabhängigkeit bekannt und funktionieren auch bei kälteren Temperaturen.
Auswahl des richtigen Desinfektionsmittels
Bei der Auswahl des Desinfektionsmittels gibt es einige weitere Punkte, welche nicht nur ausschlaggebend für den Reinigungserfolg sind, sondern auch als Entscheidungshilfe genutzt werden können. Darunter fällt neben dem Temperaturbereich, auch die Einwirkzeit und der Wirkungsbereich der einzelnen Wirkstoffe. Hierbei wird zwischen bakterizid, viruzid, fungizid, sporizid und leuvurozid unterschieden. Die meisten Desinfektionsmittel wirken zwar multitoxisch, das heißt, sie können gegen mehrere Arten von Krankheitserregern eingesetzt werden, sind jedoch nicht universell einsatzbar. Wird die Verwendung bestimmter Produkte vorgegeben, ist auf die entsprechende Listung (DVG) zu achten.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte ebenfalls stets beachtet bzw. überprüft werden. Eine Gewährleistung des Haltbarkeitsdatum ist nur bei sachmäßiger Lagerung gegeben. Dies betrifft sowohl offene als auch geschlossene Desinfektionsmittel. Zu empfehlen ist die Lagerung in kühlen, dunklen und frostfreien Räumen.
Fazit
Zusammenfassend kann also gesagt werden, eine effektive Reinigung und Desinfektion erfordert präzises Arbeiten und die Berücksichtigung zahlreicher Faktoren. Häufige Fehler, wie eine unzureichende Reinigung, falsche Dosierungen oder die Wahl des falschen Desinfektionsmittels, können die Wirksamkeit erheblich beeinträchtigen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es entscheidend, die Anweisungen der Hersteller genau zu befolgen, auf die richtige Dosierung und Einwirkzeit zu achten und die spezifischen Anforderungen der Desinfektionsmittel zu berücksichtigen.
Nur durch die korrekte Anwendung kann eine nachhaltige Reduktion von Mikroorganismen gewährleistet und die Entstehung von Resistenzen vermieden werden. Die sorgfältige Auswahl und Anwendung der Desinfektionsmittel sowie regelmäßige Erfolgskontrollen sind daher unerlässlich für die Qualität der Reinigungs- und Desinfektionsverfahren und für die Gesundheit ihrer Tiere.